Notare sind bei beurkundungspflichtigen Rechtsgeschäften wie der Übertragung von Grundstücken nicht wegzudenken. Ohne ihre Mitwirkung wären diese Geschäfte rechtlich nicht wirksam. Vielleicht haben Sie sich wie viele andere Menschen schon einmal gefragt: Was bedeutet Notar eigentlich und warum wird er unbedingt gebraucht? Erfahren Sie mehr in diesem Beitrag.

Der Notar – was ist das?

Im Hintergrund steht das lateinische Wort notarius. Notarius steht für einen „Geschwindschreiber“, einen Menschen, der etwas mit Urkunden und Schreiben zu tun hat. In unserem Rechtssystem nehmen Notare Beurkundungen und Beglaubigungen verschiedener Rechtsgeschäfte, Unterschriften, Tatsachen und Beweisen vor.

Auch kann man bei ihnen Geld, wertvolle Dinge sowie Urkunden wie Testamente hinterlegen. Hinterlegung bedeutet in diesem Fall vereinfacht ausgedrückt, dass die Gegenstände sicher verwahrt werden und nur unter vorher vereinbarten Bedingungen gegenüber Dritten freigegeben werden.

In Deutschland bekleiden Notare ein öffentliches Amt, weil sie dazu ermächtigt sind, im Sinne einer vorsorgenden Rechtspflege Willenserklärungen zu beurkunden. Diese zunächst sehr abstrakt klingende Beschreibung wird plastischer, wenn man sich die typische Tätigkeit eines Notars ansieht:

Willenserklärungen liegen zum Beispiel in einem Vertrag, der den Verkauf und die Übertragung eines Grundstücks vorsieht. Notare nehmen eine Zwitterstellung ein, weil sie Träger eines öffentlichen Amtes und trotzdem Angehörige eines freien Berufes sind. Sie haben sich ein eigenes Berufsrecht gegeben, die Bundes-Notarordnung (BNotO).

Notare üben ihren Beruf unabhängig und unparteiisch aus. Sie unterliegen wie Rechtsanwälte der Verschwiegenheitspflicht. Die einzelnen Bundesländer haben die Stellung des Notars unterschiedlich ausgestaltet. In einigen Bundesländern gibt es den Anwaltsnotar, der auch als Rechtsanwalt zugelassen ist. In anderen Bundesländern sind Notare Nur-Notare oder hauptberufliche Notare tätig.

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Wie werden Volljuristen Notare?

Notare müssen die Befähigung zum Richteramt haben. Das bedeutet, sie müssen Volljuristen sein, die das zweite juristische Staatsexamen erfolgreich abgelegt haben. Anwaltsnotare müssen darüber hinaus mindestens 5 Jahre als Anwälte tätig gewesen sein und eine fachspezifische Ausbildung absolviert haben, bevor sie zu Notaren bestellt werden können.

Hauptberufliche Notare müssen zunächst in der Justizverwaltung als Notarassessoren tätig sein.

Der Begriff Notariat

Notariat bezeichnet sowohl das Amt des Notars als auch dessen Büro.

Notare in Grundstückssachen

Grundstücks-, Haus- und Wohnungskäufe sind typische Tätigkeitsbereiche für Notare. Zu den Details und vor allem zu den Kosten in den Notariaten gibt es meist viele offene Fragen.

Wie lange dauert der Notar Kaufvertrag?

Zuerst bereitet der Notar den Vertrag vor und prüft vertragliche Grundlagen – das kann einige Tage oder länger in Anspruch nehmen.

Beurkundungstermin

Die Beurkundung selbst nimmt einen gesonderten Termin in Anspruch. Dabei kommt es auf den Umfang der vertraglichen Unterlagen an. Notare verlesen den Urkundentext, so dass die Zeitspanne für den Beurkundungstermin davon abhängt, wie lang die entsprechenden Texte sind.

Auflassungsvormerkung

Man kann auch die entsprechenden Vorgänge beim Grundbuchamt zur Dauer des Kaufvertrages zu zählen. In der Regel werden Notare zunächst eine Auflassungsvormerkung in das Grundbuch eintragen lassen. Dies ist ein Vermerk darüber, dass ein Kaufprozess im Gange ist. Damit werden Mehrfachverkäufe vermieden. Die Eintragung einer Auflassungsvormerkung kann 8-21 Tage in Anspruch nehmen.

Es können noch weitere Zwischenschritte bis zur endgültigen Durchführung des Kaufvertrages nötig sein. Beispielsweise kann Immobilienkredit vorliegen, für den die beteiligte Bank noch eine Lastenfreistellung erklären muss.

Kaufpreiszahlung

In einem weiteren Schritt geht es um die Kaufpreiszahlung. Notare erklären schriftlich gegenüber allen Beteiligten, dass die Voraussetzungen für die Kaufpreiszahlung erfüllt sind. Auch diese Vorgänge nehmen in der Regel einige Tage in Anspruch.

Endgültige Grundbrucheintragungen

Am Ende kommt es dann zu den endgültigen Grundbucheintragungen, nachdem alle weiteren Voraussetzungen für die Übertragung erfüllt sind.

Was kostet der Notar beim Hauskauf?

Wenn es um die Kosten des Notars bei der Immobilienübertragung geht, sollte man gleich fragen: Was kostet Notar und Grundbucheintrag – kostenmäßig handelt es sich um zusammenhängende Vorgänge.

Grundsätzlich berechnen die Grundbuchämter und die Notare ihre Gebühren in Abhängigkeit von der Höhe des Kaufpreises. Interessanterweise gilt dabei, dass mit der Zunahme des Kaufpreises der prozentuale Anteil der Notarkosten abnimmt. Die Gebühren für Notare sind im Gerichts- und Notarkostengesetz festgelegt.

Grob gerechnet lässt sich sagen, dass die Grundbuch- und Notarkosten zusammen etwa
1,5 % des Kaufpreises der Immobilie ausmachen. Diese Aussage bleibt allerdings grob, da es auf die Umstände des Einzelfalls ankommt und die gesetzlichen Grundlagen der Gebührenberechnung immer wieder einmal erhöht werden.

Vor der endgültigen Eintragung des Käufers in das Grundbuch können Notare verschiedene gebührenpflichtige Tätigkeiten vornehmen. Dazu zählen zum Beispiel:

– Die Beurkundung des Kaufvertrages
– Eine Löschung etwaiger Grundschulden des Verkäufers
– Die Einholung einer Verkaufsverzichtserklärung
– Die mögliche Eintragung von Wohn- oder Wegerechten
– Die Eintragung der Auflassungsvormerkung

Wieviel kostet beim Notar eine Generalvollmacht?

Im Zusammenhang mit Grundstückskäufen ist häufig die Erteilung einer Generalvollmacht nötig. Hierfür entstehen etwa Kosten zwischen 60 EUR und 165 EUR.

Wer bestellt den Notar?
Wer zahlt den Notar beim Wohnungsverkauf?

In den meisten Fällen bestellen die Käufer eines Hauses oder einer anderen Immobilie den Kaufvertrag für die Beurkundung. Es kommt hier aber auf die möglichen Vereinbarungen zwischen den Beteiligten an. Es ist durchaus auch üblich, dass Käufer und Verkäufer beide als Auftraggeber für die Notartätigkeiten auftreten.

Die Frage der Bestellung ist deshalb sehr interessant, weil der Auftraggeber grundsätzlich für die Kosten des Notariats einzustehen hat.

Wer zahlt Notar, wenn der Kaufvertrag nicht zustande kommt?

Zahlungspflichtig ist zunächst immer derjenige, der den Auftrag für die Beurkundung erteilt hat. Hier wird also die vorhergehende Frage relevant: Hausverkauf – wer bestellt den Notar? Das wird in der Regel der Käufer sein.

Kommt am Ende der Kaufvertrag nicht zustande, kann es für die Kostentragung darauf ankommen, ob einer der Beteiligten für das Scheitern rechtlich verantwortlich gemacht werden kann. Das gilt etwa, wenn der Verkäufer bestimmte Merkmale der Bodenbeschaffenheit verschwiegen hat, die später die Käufer veranlassen, vom Kauf Abstand zu nehmen.

Die Beauftragung des Notars ist eine wichtige Etappe beim Haus- und Wohnungskauf/-verkauf. Wir helfen Ihnen gern bei der Wahl des Notars und übernehmen für Sie die Korrespondenz in Vorbereitung des Kaufvertrages. Sprechen Sie uns an.